Conflictfood

Fair gehandelte Lebensmittel aus den Krisenregionen der Welt

Essen und Konflikte, wie geht denn das zusammen? Eine Frage, die Salem El-Mogaddedi und Gernot Würtenberger oft gestellt bekommen. Beide sind die Gründer von Conflictfood und sind der Auffassung, dass Essen auch immer eine politische Handlung ist. Die Freunde reisen in die Krisenregionen der Welt, von denen es bekanntlich mehr als genug gibt. Sie suchen vor Ort nach den besten, landestypischen Agrarprodukten und vertreiben diese im Online-Shop und in ausgesuchten Geschäften.

Gernot und Salem meinen es ernst mit der Nachhaltigkeit. Sie wollen keines der vielen Startups sein, die doch nur gegründet wurden, um sich von den großen Playern aufkaufen zu lassen. „Wir wollen kein Mediengag werden!“ Dafür haben sie ein Manifest verfasst. Der Architekt aus Wien und der Werber mit afghanischen Wurzeln, beide Anfang vierzig, plädieren für absolute Transparenz, höchste Qualität, direkten Handel und dafür, einen Anteil des Erlöses vor Ort in Bildung zu investieren.

Ihre erste Reise führte sie nach Afghanistan. Von ihrem Aufenthalt auf dem Land, 45 km westlich der Provinzhauptstadt Herat, einem wichtigen Knotenpunkt der legendären Seidenstraße, berichten die beiden bewegt, was sie dort erlebten: In dem teils von den Taliban und ISIS beherrschten Land befanden sie sich selbst in den Schusslinien – und sie lernten den Alltag der Menschen dort kennen. Nun brachten sie, nebst spannenden Geschichten der Menschen, das kostbare Gewürz Safran mit nach Deutschland. Dieser wurde von einem Frauenkollektiv in Shakiban anstelle von Schlafmohn kultiviert und geerntet.

Ihre nächste Reise führt Conflictfood nach Palästina. Dort haben sie ein ganz besonderes Korn entdeckt: Freekeh: Grün geernteter und auf offenem Feuer gerösteter Weizen. Die palästinensische Traditionsspeise ist bei uns noch unbekannt. Im Zuge einer Crowdfunding Kampagne soll das Korn in Bio-Qualität nun auch in Deutschland genossen werden können.

In Kontakt stehen sie auch mit Reisbauern in Malaysia, die einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Palmölmafia führen. Sehr am Herzen liegt ihnen auch der Jemen, denn seit dem 15. Jhd. wird dort besonders guter Kaffee kultiviert. Die aktuelle Sicherheitslage macht die Einreise aber momentan zu gefährlich. Auf www.conflictfood.com kann man die beiden übrigens auf allen Reisen begleiten.

Mit Conflictfood wollen sie das Übel der Flüchtlingskrise an der Wurzel packen, die Menschen in der Region stärken und langfristige Handelsbeziehungen aufbauen. „Es liegt uns am Herzen eine andere Geschichte von Ländern und Menschen zu erzählen als es viele Medien oft tun, eine Geschichte voller Vielfalt und Freude.“

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